„Das hat keine andere Stadt“

Zwei engagierte Frauen wollen die Künstler der Düsseldorfer Malerschule im Stadtbild präsentieren

Der Verein „Unsere Straßen- unsere Künstler“ realisiert ein einmaliges Projekt, mit dem Wissen vermittelt und gleichzeitig das soziale Miteinander gefördert wird. Viele Straßen sind nach den Künstlern der Düsseldorfer Malerschule benannt. Dies greifen Inge Sauer und Susanne Dickel auf. Sie wollen die Künstler im Stadtbild präsentieren. Joachim Umbach hat dies in einem Beitrag im Magazin der „Jonges“ beschrieben. Mit seiner freundlichen Genehmigung sein Beitrag auch hier. Zusätzlich zur Information verschiedene Beiträge zum Download: Eine Projektbeschreibung, die Ausstellung im Stadtmuseum kann leider wegen der Schutzregeln nicht besucht werden. Vier Module informieren mit Bildern, Vorspann, Modul 1 Die Düsseldorfer Malerschule im öffentlichen Raum der Künstlerstraßen Modul 2 Die Düsseldorfer Malerschule als gesellschaftliches Ereignis im Blaugrünen Ring Modul 3 Die Düsseldorfer Malerschule in den Düsseldorfer Schulen. Und ganz wichtig die Webseite des Vereins.

Die Idee ist faszinierend. Nur die Düsseldorfer Kulturverwaltung scheint nicht so recht überzeugt zu sein. Doch Inge Sauer und Susanne Dickel lassen sich nicht vom Weg abbringen: Sie treiben ihr Projekt voran, die Künstler der Düsseldorfer Malerschule im Stadtbild zu präsentieren und damit an diese große Ära der Düsseldorfer Kunstakademie zu erinnern. Der Titel: „Da sind sie ja!  Die Düsseldorfer Malerschule in unseren Straßen“. Eine Aktion, die Wissen vermittelt und gleichzeitig das soziale Miteinander fördert. Was will eine Stadt mehr?

„Eduard Bendemann? Nie gehört“ titelte kürzlich die Rheinische Post – und fasst das Manko in einer Überschrift zusammen. Die Bendemann-, Schadow-, Mintrop-, Cornelius- oder Rethelstraße kennen wir alle. Dort gehen wir shoppen oder lassen uns in den Lokalen verwöhnen. Doch wer sind die Namensgeber? Natürlich gibt es den einen oder anderen Bildungsbürger, der Friedrich Wilhelm von Schadow oder Peter von Cornelius und ihre Werke kennt, doch die überwiegende Mehrheit der Düsseldorfer kann mit diesen Personen wenig anfangen. Doch genau das wollen Inge Sauer und Susanne Dickel ändern.

Ihre Projektidee, die sie auch schon bei einem Heimatabend der Jonges vorgestellt haben: Großflächige Plakate mit Gemälden sollen in den Straßen, die nach Künstlern der Düsseldorfer Malerschule benannt sind, an diese damals glorreiche Zeit erinnern. Und das sind nicht wenige: immerhin 30 Straßen. Die beiden Initiatorinnen stört dabei nicht, dass das Ansehen der Düsseldorfer Malerschule (1819 bis 1918) im Laufe der Jahrhunderte etwas gelitten hat. Die Werke wurden schon in der nach dem 1. Weltkrieg beginnenden Bauhaus-Zeit als „Historienmalerei“ abgetan. Für Inge Sauer, Grafikdesignerin und Fotografin, ist wichtig, dass alle Bilder immer eine Geschichte erzählen. Und das hält sie für besonders wichtig, um junge Leute zu erreichen und anzusprechen.

In Zeiten, wo Netflix-Serien mit historischen Inhalten ein Millionenpublikum faszinieren, würde das sehr gut passen. Als Inge Sauer einmal mit einer Gruppe Hauptschüler im Kunstpalast war, um mit ihnen eine Ausstellung mit Bildern der Düsseldorfer Malerschule anzuschauen, sei sie begeistert gewesen: Sie waren aus dem Museum gar nicht mehr herauszubekommen.

Die beiden Damen wollen deshalb vor allem die Jugend ansprechen. Schüler und Studenten können sich selbst einbringen – zum Beispiel bei der Gestaltung der Website, die demnächst online geht: Künstlerstraßen.de. Hier wird im Netz schon mal aufgezeigt, was demnächst in Wirklichkeit umgesetzt werden soll.

Der Auftakt wird am Mintropplatz gemacht. Ein Platz in Nähe des Hauptbahnhofes, wo sich viele Obdachlose und Drogenabhängige aufhalten. Doch das schreckt das Frauen-Duo nicht. Das Feld wurde in den letzten Monaten von Susanne Dickel bereitet, die diesen Bereich im Rahmen des von ihr initiierten und von Pro Düsseldorf unterstützten Projektes „PlatzGrün“ Schritt für Schritt aufgehübscht hat.

Das Hochbeet wird nun regelmäßig gegossen und saubergemacht, auch neue Bänke konnten mit Unterstützung der Bezirksvertretung platziert werden. Seit September hängt das erste Großplakat dort an der Wand der Verbraucherzentrale – ein Porträt des Namensgebers Theodor Mintrop wurde mit einem lösbaren Spezialkleber angebracht.

Begleitet wird die Aktion von einer Ausstellung im Cafe Pur sowie von Schülerarbeiten, die in einer Art Freiluftgalerie auf dem Hochbeet gezeigt werden. Beides zum Thema Mintrop. Danach soll die Bendemannstraße, auch im Umfeld des Hauptbahnhofs, folgen.

Spektakulärer könnte es werden, wenn die Schadowstraße einbezogen wird. „Hier bemühen wir uns darum, Schadows Bilder und Porträts auf den LED-Wänden zu zeigen, erklärt Inge Sauer. Einen besonderen Gag soll es auch geben: „Bilder der Damen in kostbaren Kleidern nehmen Bezug auf das Thema Mode.“ Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner hat ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Für Inge Sauer sind die Werke der Düsseldorfer Malerschule „ein Schatz“, der öffentlich gemacht werden muss: Das hat nur Düsseldorf, keine andere Stadt.“

Text: Joachim Umbach

2 thoughts on “„Das hat keine andere Stadt“

  • 25/01/2021 um 12:53 pm
    Permalink

    Hallo !
    ich bin seit 4 jahre in deutschland und Male uns Zeichne gerne . Ich habe einpar Bilder die ich gerne veröffentlichen möchte aber es giebt keine möglichkeit grade .
    hiermit möchte ich gerne Sie fragen ob Sie mir weiter informieren können.
    Ich bedanke mich im Voraus
    Mit freundlichem Gruß
    pedram moradi
    Tersteegenstr 63 , düsseldorf

    Antwort
  • 26/01/2021 um 6:39 am
    Permalink

    Zur Zeit können wir auch keine Ausstellungen organisieren. Aber das ändert sich ja hoffentlich bald. Setzen Sie sich mit uns in kontakt: info@d-mitte.de

    Antwort

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