Ausstellung „Viento Sur“

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Die Ausstellung ist vom 9. bis zum 23. Juni in der Park-Kutlur zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten Mo bis Fr 14 -18 Uhr oder nach Vereinbarung.

Unsere Ausstellung zeigt Ölbilder, Tuschen und Aquarelle, Aquatintas (Ätzlavierungen) und Collagen von Maria del Rosario Argüello, Concarán, San Luis, Argentinien Mabel Berzano, Glew, Buenos Aires, Argentinien Ingrid Dreschke, Bensberg, NRW, Deutschland Claudio Scheffer, Glew, Buenos Aires, Argentinien Stela Popescu, Lezama, Argentinien; und Düsseldorf

Viento Sur heißt so viel wie Südwind… Lateinamerika ist derzeit ein eher vergessener Kontinent. Ein Kontinent, der vorwiegend aus wilder, großflächig unbezähmbarer Natur besteht: den Anden, Hochebenen auf 3000 Metern Höhe, feuchtheißen Sumpflandschaften, Salzwüsten, den berühmten Urwäldern, die sich über alle Grenzen erstrecken, trockenen Savannen, die grade noch Kleintiere ernähren können, wie auch den großen fruchtbaren und ertragreichen „feuchten“ Pampas. Dieser Kontinent definiert sich immer noch weitgehend über seine Geographie. Nirgendwo wird es klarer, wie derzeit in Brasilien, wo das koloniale „Urbarmachen“ die Naturwälder zerstört.

Die Ureinwohner nennen sie die „Pachamama“, die Mutter Erde. Diese ist reich an Rohstoffen, an fleißigen Menschen mit Organisations- und Improvisationstalent, an Bildungsbürgern, jedoch gebeutelt von Diktaturen, Pseudo-Demokratien, Populismus und Heuschrecken-Kapitalismus. Hinzu kommt eine koloniale Vergangenheit, die mit der weiteren Zuwanderung – aus aller Welt – und innerkontinentalen Migrationsströmen eine tiefgreifende seit Jahrhunderten präsente Entwurzelung des Individuums zur Folge hatten. Das Land der Zuflucht, das Ziel vieler Migranten ist zurzeit wieder einmal Argentinien. Es fühlt sich so an, als böte sich für die Ankommenden und die hier schon eine Weile Lebenden, die letzte Chance, gemeinsam miteinander klarzukommen.

Diese Sehnsucht nach Erdung hat sich bis heute auch in der Kunst bewahrt. Europäische Kultur ist ebenso gegenwärtig wie die immer wiederkehrende Sehnsucht nach Stille, nach Natur, nach Schutz, nach der Überwindung der Einsamkeit und nach Identifikation mit der örtlichen Kultur.

Wie ein Windstoß aus dem Süden sind die Werke getragen vom Augenblick, vom Situativen, vom Spiel des Lichts – sowohl in der Suche nach Geborgenheit und Ursprung als auch in der Spiegelung urbaner Einsamkeit von Tangoszenerien.

Wir laden Sie/Euch ein, dem Gefühl nachzugeben, in der Fremde zuhause zu sein für eine kleine Weile.

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