Wir sind jetzt auch auf der KÖ

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Unser Verein „Düsseldorfs Vielfalt Erleben e.V:“ realisiert eine neue Zwischennutzung in Düsseldorfs Mitte: den „Kunstraum KÖ106“. Dort Konzerte, Ausstellungen Workshops. Und dies auf einem historischen Gelände. Die Eröffnung am 14. Mai war ein großartiger Erfolg.

Dieser Ort hat eine wechselvolle Historie.

Im Karree zwischen Königsallee, Jahn-, Aders- und Luisenstraße, entstand zu Ende des 19. Jahrhunderts ein Vergnügungsviertel mit dem -Theater als Zentrum. Das Apollo war ein Vielzwecktheater – nicht nur für Varieté vorgesehen -, Es war ein dreigeschossiger Bau mit einem achteckigen Zuschauerraum, der mit einem hohen Kuppelsaal ausgestattet war, und die Bühne,  20 Meter breit und 19 Meter tief, ermöglichte die Aufführungen der unterschiedlichsten Weltsensationen. Jede der Etagen bot zwei Restaurants mit allerfeinsten Speise- und Getränkeangeboten. 2.200 Zuschauern im Saal und dazu 600 Gästen aus den Restaurants bot sich ein weiter Blick auf das Bühnengeschehen. Dazu luden ein: Vortragssäle, eine Spielhalle mit ersten Film- und Musikautomaten sowie ein Automatenrestaurant mit Likören aus dem Zapfhahn und Erfrischungsgetränken für zwischendurch. Es war viel Zeit nötig, um alles anzuschauen und dann noch ein mehrere Stunden zu genießen. Das Apollo war einerseits – heute würden wir sagen ein „Leuchtturm“, andererseits aber, und das ist wohl wichtiger: die Düsseldorfer Bevölkerung betrachtet es als ihr Haus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Kino, beherbergte den NWDR, wurde Mitte der sechziger Jahre abgerissen. Wir Düsseldorfer

machen allzu oft einen Fehler: wir wissen nicht, welche Kleinode und Kostbarkeiten unsere Stadt beherbergt, oder wir wissen sie nicht zu schätzen. Auf alle Fälle wissen wir nichts mit ihnen anzufangen oder sie weiterzuentwickeln, noch nicht einmal aus der Geschichte lernen wir. Das führt dann leider zu absurden Diskussionen.

Jedenfalls, fast 60 Jahre stand – und noch steht es – das Hochhaus, das nur noch im Namen auf das Apollo hinweist. Büros, im Zeitablauf die unterschiedlichsten Geschäfte, die in ihrem Wechsel den jeweiligen Trend widerspiegelten.

Was planen wir für die nächsten Monate.

Was heißt das für uns?  was wollen wir in diesen wenigen Monaten unternehmen? Wir werden Zwischennutzungen

  • auf alle Fälle multifunktional bespielen – tagsüber eine andere Nutzung als abends, auch an den einzelnen Wochentagen unterschiedlich -,
  • wir binden die unterschiedlichen Akteursgruppen ein. Vereine, Initiativen auch Unternehmen oder einzelne Kreative können die Räume benutzten.- ,
  • so entsteht Kommunikation unter Düsseldorfern, die sich eigentlich nicht kennen. Es entstehen neue Netzwerke,
  • für die Besucher und für die Akteure wird es zum Erlebnis. Es entsteht etwas, was sie an diesem Ort gar nicht erwarten- Konzerte, Workshops der verschiedensten Art – Tanz, Sprayer, Theater, Musik – Präsentationen – von Initiativen, Unternehmen,
  • und das alles in unserer internationalen Stadt mit Mitbürgen aus über 150 Nationen mit ihren verschiedenen Sprachen und kulturellen Hintergründen. Die Zwischennutzung ist ein Ort der Kulturen.

Das Ergebnis kann auch eine Reallabor zur Erprobung von Innovationen sein.

Damit kein Missverständnis entsteht: Zwischennutzungen sind nicht das Allheilmittel für die Politik, um die Misere der Innenstädte zu beheben. Da sind u.a. die Wirtschaftsförderung und das Marketing gefragt. Wohl können wir bruchstückweise aufzeigen, was möglich ist.

Wie gehen wir vor?

Hier in der KÖ106 haben wir hierfür nur ein paar Monate Gelegenheit dazu, obwohl eigentlich keine Zeit zur Vorbereitung vorhanden ist. Wir arbeiten bis zum Abriss aus dem Stand. Wir werden die Kompetenz unserer Heimatstadt abschöpfen, es gibt genügend Ideen, Visionen und fachlich geschulte Mitbürger*innen, bildende Künstler*Innen, Musiker*Innen und Vereine, Unternehmen sowie Initiativen. Wir kontaktieren die Musikgruppen, bildende Künstler*Innen, Vereine, Unternehmen und Initiativen. Offene Jour Fixes sollen dazu dienen, Ideen und Vorschläge zu sammeln.

Für Veranstaltungen der Kreativen nehmen wir keine Miete, wohl aber bei kommerziellen Veranstaltungen oder Veranstaltungen von Gruppen, Vereinen, die ihre eigene Zielgruppe ansprechen. Wir werden das im Einzelfall prüfen müssen. Denn: Unser Verein erhält keinerlei finanzielle Unterstützung von öffentlichen Institutionen -früher nannten wir das Staatsknete. Noch nicht einmal einen geringen Zuschuss für technisches Equipment für unsere Park-Kultur in der Oststraße konnte von einer Bezirksvertretung bereitgestellt werden. Für die nächsten Veranstaltungen müssen wir uns irgendwie leihweise (kostenlos) retten, Das gilt vor allem für den Japantag am 21.5. Grundsatz für uns ist: Eintritt frei! Wir werden aber für unsere eigenen Veranstaltungen folgendes Verfahren versuchen zu realisieren: Akteure (Musik und Literatur) erhalten einen geringen Mindestbetrag und es kreist der Hut. Die gilt nicht für die Veranstaltungen, in denen wir Einzelnen oder Gruppen lediglich eine Gelegenheit zum Auftreten/Üben geben. Der Hut ist selbstverständlich immer möglich. Termine in unseren Terminkalendern und auf FB „Kunstraum_KO“.

Ein jour fixe für alle, die was veranstalten wollen am Samstag, 21.5..Ist zwar Japantag, aber von 11 -13 Uhr passiert da ja noch nicht so viel. Einladungen über FB und Instagramm.

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