Gerhart-Hauptmann-Haus

Standort:Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf, Germany

Upcoming events

  • 04-03-20 19:00 - 04-03-20 21:00

    Geschichte von Bosnien und Herzegowina im Abriss
    Kein Land für einfache Antworten. Vorträge von Dr. Wolfgang Kessler
    Bis zum Beginn der 1990er-Jahre gab es wohl für die meisten Westdeutschen nur »Jugoslawen«, die allerdings zahlreich. Schon zu Beginn der 1960er-Jahre waren weit mehr als 10.000 »Gastarbeiter« aus Jugoslawien in die BRD gekommen. Diese von den vielen politischen Emigranten zu unterscheiden, die früher als Gegner des kommunistischen Tito-Regimes ihre Heimat verlassen hatten, war nicht ganz leicht – in die Schlagzeilen gerieten beide Gruppen allenfalls, wenn es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen ihnen gab. Nach dem Anwerbeabkommen zwischen der Bonner und der Belgrader Regierung, das im Oktober 1968 abgeschlossen wurde, erhöhte sich die Zahl der in Westdeutschland arbeitenden jugoslawischen Staatsangehörigen rasch auf mehrere Hunderttausend. Dass es sich um Angehörige verschiedener nationaler Gruppen handelte, trat vielen Bundesbürgern erst mit dem über weite Strecken gewaltsam ausgetragenen Zerfall Jugoslawiens seit 1990/91 vor Augen – denn die Jugoslawen waren eben Serben, Kroaten, Slowenen, Bosnier unterschiedlicher Prägung, Kosovaren und einige mehr. Die Vorgeschichte des Konfliktes, der neuerlich Hunderttausende, jetzt als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland trieb, wird nur durch einen differenzierten Blick in die historischen Eigenarten und Gemeinsamkeiten der erst infolge des Ersten Weltkrieges in einem Staatsgebilde zusammengefassten Völkerschaften deutlich. Diese Voraussetzungen bestimmen die komplizierten Verhältnisse in und zwischen den EU-Mitgliedsstaaten Kroatien und Slowenien sowie Serbien und Bosnien-Herzegowina, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben.
    Dr. Wolfgang Kessler, langjähriger Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne, ist ein ausgewiesener Experte für die komplexe und teilweise widerspruchsvolle Geschichte Südosteuropas.

  • 09-03-20 15:00 - 09-03-20 18:00

    11. März – 15.00 Uhr

    Aus unserer Reihe: Bücher im Gespräch
    Mongolenstürme, Tartarenangriffe, Türkeneinfälle – immer wieder mussten sich die in Transsilvanien lebenden Siebenbürger Sachsen gegen feindliche Angriffe aus dem Südosten wehren. Zur Verteidigung bauten die Sachsen seit dem 13. Jahrhundert mächtige Kirchenburgen und Wehrkirchen. Diese dienten der Bevölkerung als Fluchtpunkte bei kriegerischen Auseinandersetzungen und wurden als Lagerort für Vorräte genutzt. Noch heute kann man rund 150 dieser Wehranlagen besichtigen, die sich durch eine besondere architektonische Ästhetik auszeichnen und als einzigartig in Europa gelten. Anlässlich der Ausstellung »Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – Ein europäisches Kulturerbe«, die im Gerhart-Hauptmann-Haus vom 30. Januar bis 15. März gezeigt wird, stellen wir neue und interessante Publikationen zum Thema vor.

    Anmeldung: Dina Horn, 0211-16991-30, horn@g-h-h.de
    Anmeldeschluss: 10. März 2020

  • 09-03-20 18:00 - 09-03-20 21:00

    Im Schatten des Erfolgs. Russische Schriftsteller und ihre starken Frauen
    Vortrag von Natascha Janovskaja
    Eine ganze Reihe von Werken der Weltliteratur verdankt ihren Ruhm dem unermüdlichen Einsatz von Frauen. Gerade in der russischen Literatur finden sich bedeutende Romane, deren Autoren ohne das Engagement ihrer hochgebildeten und klugen Ehefrauen niemals einen derartigen Erfolg erzielt hätten. Exemplarisch beleuchtet die Diplom-Pädagogin Natascha Janovskaja an den Schicksalen von Vera Nabokova und Sofja Tolstaja, welchen Einfluss die Lebensgefährtinnen auf das literarische Werk ihrer berühmten Männer nahmen. Ihre Verdienste um die Weltkultur sind bedeutend, und doch wurden sie selten hinreichend gewürdigt.

    In Kooperation mit: VHS Düsseldorf

  • 12-03-20 19:00 - 12-03-20 21:00

    Vortrag von Dr. Heinke Fabritius
    Zahlreiche (deutschsprachige) Künstlerinnen aus dem östlichen Europa haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in den großen Metropolen – etwa Berlin, München oder Köln – niedergelassen. Die Gründe dafür sind vielfältige, oft auch politische. Einige dieser jungen Frauen haben mit ihrem bildnerischen Werk markante Positionen errungen und die Kunstszene geprägt. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen ihrer Herkunft schöpfend, geben sie unerwartete Hinweise, um Europa in seiner Vielfalt zu denken. Heinke Fabritius stellt in ihrer Reihe »Deutschsprachige Künstlerinnen im und aus dem östlichen Europa« Leben und Werk der Künstlerinnen Grete Csaki-Copony, Margarete Depner, Käthe Kollwitz und Renée Sintenis vor und beleuchtet dabei sowohl deren spezifische Lebenswege als auch maßgebende Hauptwerke.

    Dr. Heinke Fabritius ist Kunsthistorikerin und Kulturreferentin am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim.

    Gefördert durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen

  • 12-03-20 19:00 - 12-03-20 21:00

    Vortrag von Dr. Heinke Fabritius
    Zahlreiche (deutschsprachige) Künstlerinnen aus dem östlichen Europa haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in den großen Metropolen – etwa Berlin, München oder Köln – niedergelassen. Die Gründe dafür sind vielfältige, oft auch politische. Einige dieser jungen Frauen haben mit ihrem bildnerischen Werk markante Positionen errungen und die Kunstszene geprägt. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen ihrer Herkunft schöpfend, geben sie unerwartete Hinweise, um Europa in seiner Vielfalt zu denken. Heinke Fabritius stellt in ihrer Reihe »Deutschsprachige Künstlerinnen im und aus dem östlichen Europa« Leben und Werk der Künstlerinnen Grete Csaki-Copony, Margarete Depner, Käthe Kollwitz und Renée Sintenis vor und beleuchtet dabei sowohl deren spezifische Lebenswege als auch maßgebende Hauptwerke.

    Dr. Heinke Fabritius ist Kunsthistorikerin und Kulturreferentin am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim.

    Gefördert durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen

  • 14-03-20 12:00 - 14-03-20 14:00

    D/Ö 2018, 90 Min.
    Filmvorführung und Gespräch mit Bettina Henkel
    Die Filmemacherin Bettina Henkel erzählt im Dokumentarfilm »Kinder unter Deck« von ihrer Reise nach Lettland, der Heimat ihrer baltendeutschen Großmutter. Sie begibt sich auf Spurensuche nach der Familiengeschichte. Es ist die persönliche Geschichte dreier Generationen einer Familie: Großmutter, Vater und Tochter – Ärztin, Psychoanalytiker und Filmemacherin. Als Kriegsenkelin einer Baltendeutschen ergründet sie Verdrängungen, als Tochter befragt sie den Vater, als Filmemacherin gräbt sie in Archiven – und dringt immer tiefer in das Dickicht ihrer Familienbiografie vor. Im Zentrum steht die transgenerationale Übertragung traumatischer Erfahrungen. Vater und Tochter entdecken die Schicksale der Familienmitglieder, suchen »Antworten« auf schmerzliche Fragen und die »Wahrheit« einer verdrängten Geschichte. Wie weh das tun würde, wusste vorher niemand. Henkels Film ist ein seelisches Roadmovie durch tiefliegende Verletzungen und eine universelle Geschichte über Erinnerungskultur(en) und die Vererbung von seelischen Wunden, verursacht durch Krieg und verdrängtes Leid, die – so heißt es am Ende – die Zeit allein nicht heilen kann.

    Bettina Henkel leitet als Dozentin für Bildende Kunst/Neue Medien das Medienlabor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

    In Kooperation mit: Deutsch-Baltische Landsmannschaft in NRW e. V.

  • 16-03-20 19:00 - 16-03-20 21:00

    Hafterfahrung in der DDR und Freikauf durch die Bundesregierung
    Vortrag und Gespräch mit Dr. Jörg B. Bilke
    24 Jahre alt und Student der Germanistik an der Universität Mainz war Jörg B. Bilke, als er am 9. September 1961 mitten in Leipzig vom DDR-Staatssicherheitsdienst verhaftet wurde. 1.071 Tage später, die er unter anderem im berüchtigten Zuchthaus Waldheim zugebracht hatte, konnte der inzwischen 27-Jährige die DDR endlich wieder verlassen. Die Bundesregierung unter Kanzler Ludwig Erhard hatte ihn für 40.000 DM freigekauft. Diese Praxis war erst kurz zuvor in der letzten Phase der Kanzlerschaft von Konrad Adenauer begründet worden. Bilkes »Verbrechen« hatte darin bestanden, dass er in einer Mainzer Studentenzeitschrift einige DDR-kritische Artikel veröffentlicht und sich dann bei einem Besuch der Leipziger Buchmesse für den seit Ende 1957 im nicht minder berüchtigten Stasi-Zuchthaus Bautzen II inhaftierten Schriftsteller Erich Loest interessiert hatte. Nach Lesart der SED-gesteuerten DDR-Justiz war dies »staatsfeindliche Hetze«.

    Dr. Jörg B. Bilke, der nach seinem Freikauf sein Studium fortsetzte und über das Frühwerk von Anna Seghers promovierte, spricht über seine Erfahrungen in der Haft. Vielen ist er nicht nur als Experte für DDR-Literatur bekannt, sondern auch als langjähriger Chefredakteur der Kulturpolitischen Korrespondenz der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat.

  • 18-03-20 19:00 - 18-03-20 21:00

    D, CZ 2019, 68 Min., OmeU, Regie: Veronika Janatková
    Aus unserer Reihe: Tschechischer DokFilm am Mittwoch
    Während die USA und die Sowjetunion um die Vorherrschaft im Weltall stritten, ließen sich in den späten 1960er-Jahren fast 100.000 Bürger auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs bei der US-Fluglinie PanAm auf die Warteliste des First Moon Flights-Clubs setzen, der Flugtickets zum Mond ausgab. Ein solches Ticket besitzt auch die Familie der Regisseurin Veronika Janatková. Ihr Großvater hatte es 1969 in Prag gekauft. Auf seinem Ticket mit der Moon Flights Club-Mitgliedsnummer 9772 schreibt PanAm, dass man nicht wisse, wie lange man auf die Reise warten müsse (man rechnete aber mit dem Jahr 2000). Auch der genaue Preis würde noch nicht feststehen, man würde die Clubmitglieder jedoch auf dem Laufenden halten. Seit Veronika Janatková von dieser Flugkarte zum Mond erfahren hat, ließ der Gedanke daran sie nicht mehr los. In ihrem Dokumentarfilm spürt sie einige der potenziellen Mondfahrer von damals auf und erzählt humorvoll deren Geschichte – und die Geschichte von Visionen, die Menschen damals mit dem Weltall verknüpften und heute noch träumen.

    In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

  • 19-03-20 19:00 - 19-03-20 21:00

    19. März – 19.00 Uhr

    Fotoausstellung von Wojciech Szulc-Cholnicki
    Ausstellungseröffnung mit Einführungsvortrag von Dr. Mathias Wagner
    Die Ausstellung »Im Gegenlicht« zeigt Arbeiten des Fotografen Wojciech Szulc-Cholnicki aus dem heutigen Ermland und Masuren. Seine Fotos veranschaulichen den gegenwärtigen Alltag einer jahrhundertealten Region, die im Nordosten Polens liegt. Entstanden ist ein Panorama beeindruckender Momentaufnahmen zwischen heute und gestern. Wojciech Szulc-Cholnicki wurde 1972 in Pasłęk/Preußisch-Holland geboren und arbeitete von 1997 bis 2012 für die Polnische Fotoagentur Ekpictures. Er veröffentlichte u. a. in The Guardian, Die Zeit, Hollywood Reporter, Premiere sowie in der polnischen Presse zu Themen wie Film, Kino und Reisen.
    Als Einführung in die Ausstellung hält Dr. Mathias Wagner vom Institut für Soziologie an der Leibniz-Universität Hannover den Vortrag »Masuren im Gegenlicht der Moderne«.

    Laufzeit der Ausstellung: 20. März bis 08. Mai 2020

  • 20-03-20 10:00 - 08-05-20 19:00

    Fotoausstellung von Wojciech Szulc-Cholnicki
    Ausstellungseröffnung mit Einführungsvortrag von Dr. Mathias Wagner
    Die Ausstellung »Im Gegenlicht« zeigt Arbeiten des Fotografen Wojciech Szulc-Cholnicki aus dem heutigen Ermland und Masuren. Seine Fotos veranschaulichen den gegenwärtigen Alltag einer jahrhundertealten Region, die im Nordosten Polens liegt. Entstanden ist ein Panorama beeindruckender Momentaufnahmen zwischen heute und gestern. Wojciech Szulc-Cholnicki wurde 1972 in Pasłęk/Preußisch-Holland geboren und arbeitete von 1997 bis 2012 für die Polnische Fotoagentur Ekpictures. Er veröffentlichte u. a. in The Guardian, Die Zeit, Hollywood Reporter, Premiere sowie in der polnischen Presse zu Themen wie Film, Kino und Reisen.
    Als Einführung in die Ausstellung hält Dr. Mathias Wagner vom Institut für Soziologie an der Leibniz-Universität Hannover den Vortrag »Masuren im Gegenlicht der Moderne«.

    Laufzeit der Ausstellung: 20. März bis 08. Mai 2020

  • 24-03-20 19:00 - 24-03-20 21:00

    Gedichte und mehr mit Dr. Matthias Buth
    Promovierter Jurist, Ministerialbeamter – und Dichter? Oder umgekehrt? Fraglos ist, dass Matthias Buth neben seiner beruflichen Karriere in verschiedenen Bundesministerien (zeitweilig auch im Bereich der Kulturpflege der Vertriebenen) eine staunenswerte Anzahl von Gedicht- und Essaybänden vorgelegt hat. Nicht wenige seiner Werke sind auch übersetzt worden, etwa ins Rumänische oder Polnische. Was und wer er aber wirklich oder hauptsächlich ist, das beantwortet er am besten selbst. Und Matthias Buth liest (nicht nur) aus seinem neuen Gedichtband »Weiß ist das Leopardenfell des Himmels«, der im vergangenen Jahr erschienen ist.

    In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

  • 26-03-20 19:00 - 26-03-20 21:00

    Familienbiografischer Vortragsabend mit Mechthild Batzke
    Kann es sein, dass noch zwei, drei oder sogar vier Generationen nach einem existenziellen Ereignis wie Flucht oder Vertreibung Auswirkungen davon bei den Nachkommen zu spüren sind? Die Antwort ist: JA. Die erlebte Entwurzelung der Vorfahren ist ein tiefgreifendes Familienschicksal, das Einfluss auf das Leben der Kinder- und Enkelkindergeneration haben kann. Wenn traumatische Ereignisse innerhalb der Familie keinen »friedlichen Abschluss« gefunden haben, führen »gewissen Themen« immer wieder zu Zündstoff auch innerhalb der familiären Beziehungen. Eine mitfühlende Mischung aus Analyse und Würdigung der damaligen Ereignisse kann im Hier und Jetzt zu Erleichterung und überraschenden Lösungen führen. Beim interaktiven Vortragsabend werden familienbiografische Zusammenhänge anhand eines anschaulichen Fallbeispiels vorgestellt und erläutert.

    Mechthild Batzke ist Systematischer und Familienbiografischer Coach. 2017 ist ihr Buch »Aus Liebe verrückt: wie wir es schaffen, familiäre Verstrickungen zu erkennen und neu damit umzugehen« erschienen.

  • 01-04-20 19:00 - 01-04-20 21:00

    Lesung mit Dr. Katja Schlenker
    Die Tagebücher Victor Klemperers umfassen den Zeitraum von der Weimarer Republik bis 1960. Insbesondere die Jahre von 1933 bis zum Ende des Krieges 1945, in denen er als zwangsemeritierter Professor der Technischen Hochschule in Dresden und verfolgter Jude den nationalsozialistischen Alltag skizzierte, zeigen ihn als wichtigen Zeitzeugen. Victor Klemperer (1881–1960) war Sohn eines Rabbiners aus Landsberg/Warthe. Nach dem Krieg war er von 1945 bis 1960 Hochschullehrer in Dresden, Greifswald, Halle und Berlin. Er verfasste zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der italienischen und französischen Literatur. Durch seine Untersuchung der Sprache des »Dritten Reiches« und seine Tagebücher erlangte Victor Klemperer Berühmtheit. Victor Klemperer und seine Frau Eva haben nicht nur die Bombardierung Dresdens überlebt, sondern die Herrschaft der Nationalsozialisten, die Erniedrigungen – weil jüdischen Glaubens – den Terror, den Verrat, das »Judenhaus«.

    Dr. Katja Schlenker, deren Mutter und Großmutter in Dresden den Bombenangriff am 13. Februar 1945 er- und überlebten, liest aus den Tagebüchern von Victor Klemperer.