Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

Upcoming events

  • 25-09-19 19:00 - 25-09-19 21:00

    Lesung und Gespräch mit Patrick Bahners
    Patrick Bahners arbeitet seit über dreißig Jahren für die FAZ, war davon zehn Jahre Leiter der Feuilletonredaktion, drei Jahre Korrespondent in New York und berichtet seit 2018 von Köln aus über NRW-Kultur. In »Die Panikmacher« schrieb er über die deutsche Angst vor dem Islam, was ihm 2011 eine Nominierung für den Sachbuch-Preis der Leipziger Buchmesse einbrachte. Noch prominenter ist Bahners in den vergangenen Jahren durch seine Diskussionsfreude auf Twitter geworden. In einem Interview mit dem Portal »Übermedien« bezeichnete er die Plattform als »eine große Kneipe«, in der »man sich ohne große Formalitäten einfach einmischt«.
    Das tut er leidenschaftlich und ausdauernd und hat dadurch eine ebenso große Kritiker- wie Fangemeinde gewonnen. In seinem neuen Buch »Sie sind wieder da« schildert er, wie sich das politische Leben verändert, wenn der Protest von rechts sich im System etabliert. Die neuesten Losungswörter der politischen Sprache sind »das Eigene« und »die Grenze«. Schon jetzt gelingt es der AfD, die Themen des öffentlichen Gesprächs zu bestimmen, und Politiker der etablierten Parteien haben die Redensweisen der Rechtspopulisten bereits übernommen. Moderation: Michael Serrer (Literaturbüro NRW)
    In Kooperation mit: Literaturbüro NRW

  • 26-09-19 19:00 - 26-09-19 21:00

    Lesung und Gespräch mit Christian Bommarius
    Die Bundesrepublik wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. 1949 brachten die ersten Bundestagswahlen Konrad Adenauer ins Kanzleramt, Theodor Heuss wurde Bundespräsident, Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik. Damit begann in der Mitte Europas ein auf den ersten Blick bizarres Experiment. Ausgerechnet auf den Ruinen im Westen des politisch, wirtschaftlich und moralisch bankrotten Deutschland sollte eine Demokratie entstehen. Das Experiment musste gelingen, weil die drei westlichen Besatzungsmächte im Kalten Krieg ein demokratisches Westdeutschland als Gegengewicht zur DDR wollten. Andererseits waren die Erfolgsaussichten besorgniserregend, denn die Westdeutschen waren auch Jahre nach dem Ende des Weltkrieges auf die Demokratie nicht vorbereitet.
    Christian Bommarius erzählt so kundig wie kurzweilig die Geschichte des langen Jahres 1949, das bereits 1948 einsetzt, als mit Währungsreform und Auftrag zur Verfassungsbildung die Weichen in Richtung Bundesrepublik gestellt wurden. Er schildert zentrale und marginale Episoden aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Alltagsleben. Sein Buch ist ein buntes Panoptikum der frühen Bundesrepublik – und birgt eine höchst aktuelle Botschaft: demokratisches Denken und Handeln muss gegen Widerstände gelebt werden, damals wie heute.
    Christian Bommarius, geb. 1958, studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach journalistischen Stationen, u. a. als Korrespondent der Deutschen Presseagentur, war er von 1998 bis 2017 Redakteur der Berliner Zeitung. Seit 2018 ist er Kolumnist der Süddeutschen Zeitung. Für sein publizistisches Werk wurde Bommarius der Heinrich-Mann-Preis verliehen.

  • 30-09-19 19:00 - 30-09-19 21:00

    Ein Hörtheaterabend von und mit Anja Bilabel und Salome Amend
    Eine spannende Melange aus Zeitzeugenberichten, Literatur und Dokumentation umrahmt von musikalischen Impressionen präsentiert Anja Bilabel an diesem Abend. In ihrer szenischen Lesung beleuchtet die ausgebildete Schauspielerin und professionelle Sprecherin in verschiedenen Facetten die Geschichte deutscher Nachkriegskinder im ehemaligen Ostpreußen. Viele von ihnen versuchten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor den Soldaten der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Heimat- und elternlos »verwilderten« sie und wurden daher »Wolfskinder« genannt. Eine Geschichte über erschütternde Kinderschicksale und gleichzeitig eine Geschichte über die Bedeutung von Identität, Menschenwürde und Mitgefühl. Die begleitenden Improvisationen und Klänge werden gespielt von Salome Amend.