In der Stadtbücherei wird alles anders!

Die Stadtbüchereien haben sich verändert. Sie haben sich vom reinen Ausleihort für Lektüre aller Art zum zweiten Wohn- und Arbeitszimmer der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer entwickelt. Die Stadtbüchereien treiben diesen prozess aktiv voran – und zwar sowohl für die neue Zentralbibliothek im KAP1, als auch mit einem Zukunftskonzept für die Stadtteilbüchereien.

Sichtbare Indizien für den Wandel: Die Stadtbüchereien verzeichneten 2018 einen leichten Rückgang der physischen Medienausleihen, sie sanken unter fünf Millionen, so nahm zum Beispiel die Nachfrage nach gedruckter Sachliteratur und CDs ab. Erfreulich stabil blieb hingegen das gesamte Segment der Kinder- und Jugendmedien. Im Gegenzug zum Rückgang der physischen Medienausleihen boomt die Nutzung der digitalen Dienstleistungen der Stadtbüchereien mit einem Wachstum von 17 Prozent im vergangenen Jahr.

Ingesamt zeigen sich zwei grundsätzliche Trends bei der Bibliotheksnutzung: Erstens die Bibliothek als Ort des Lernens, der Kommunikation und der Inspiration gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zweitens die Kundinnen und Kunden der Stadtbüchereien nehmen weniger Medien mit nach Hause, nutzen stattdessen stärker die digitalen Angebote.

Trend 1:… und alle machen mit!
In der modernen urbanen Gesellschaft sind öffentliche Orte als Anlaufstelle, Treffpunkt und zum persönlichen Austausch erwünscht und erforderlich. Das Bibliothek im Wandel Konzept der Stadtbüchereien sieht daher eine intensive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor. Prozesshaft soll eine solche Beteiligung – auch im Hinblick auf den Umzug der Zentralbibliothek 2021 ins KAP1 – ermöglicht werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote in den Stadtbüchereien, die diesem Trend entgegenkommen: Veranstaltungen der Stadtbüchereien sollen keine Einbahnstraße sein. Besucherinnen und Besucher sollen auch bei Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen mit eingebunden werden. So gab es 2018 zum Beispiel Veranstaltungen zu aktuellen feministischen Positionen mit Margarete Stokowski und Mithu M. Sanyal oder zum „Integrationsparadox“ mit Aladin El-Mafaalani, bei denen auch die Bürgerinnen und Bürger sich austauschten und mitdiskutierten. Ebenso bietet das LibraryLab der Zentralbibliothek als „Digitale Experimentierplattform“ Bürgerexperten und Kooperationspartnern fortlaufend die Möglichkeit, interessierten Besucherinnen und Besuchern ihr Knowhow oder Spezialwissen zu vermitteln oder eigene Projekte vorzustellen. Dieses Format markiert den Paradigmenwechsel – die Inhalte der Bibliothek werden nicht mehr nur von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zur Verfügung gestellt, sondern auch von den Kundinnen und Kunden selbst.
Spezifische Zielgruppen erhalten außerdem die Möglichkeit, sich aktiv in den Planungsprozess für die neue Zentralbibliothek einzubringen. So nutzten angehende und gestandene Lehrerinnen und Lehrer die Gelegenheit, in einem Workshop ihre Bedürfnisse und Wünsche für eine optimale Lernumgebung im KAP1 zu formulieren. Jugendliche planten im Rahmen eines Workshops frei von jeder Vorgabe ihre Traum-Bibliothek.

Trend 2: Die Bibliothek ist überall
Bereits seit 2007 bieten die Stadtbüchereien ihren Kundinnen und Kunden
eine digitale Zweigstelle im Netz: die onlineBibliothek. In der sogenannten
Bibliothek im Wandel.

„onleihe“ können digitale Medien per PC, Tablet, Reader oder Smartphone
entleihen werden. Inzwischen stehen hier über 60.000 Bücher, Hörbücher,
Zeitungen und Zeitschriften zum Download zur Verfügung. Daneben umfasst die onlineBibliothek auch Angebote wie Pressreader (über 7.000 nationale und internationale Zeitungen und Zeitschriften), Fachdatenbanken, die Artikel aus vielen Wissensgebieten nachweisen, ein umfassendes e-Learning- Angebot und mit den TigerBooks auch „Große Geschichten für kleine Leute“, die interaktiv erzählt werden.
Seit 2018 rundet ein neues Angebot diese digitale Produktpalette ab:
Streaming mit dem Bibliotheksausweis. Damit möchten die Stadtbüchereien das unüberschaubare Download-Angebot im Internet für ihre Kundinnen und Kunden öffnen und klassifizieren. Eine inhaltliche Qualität ist ebenso gewährleistet wie die Legalität des Downloads. Folgende Portale können mit dem Ausweis der Stadtbüchereien Düsseldorf genutzt werden: „Filmfriend – Kino rund um die Uhr mit über 2.000 Filmen“, „Medici.tv“ – die Bühne der klassischen Musik“ und „Naxos – das umfassende Angebot für Klassik, Jazz und Weltmusik“. Ergänzend erstellt die Musikbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf eigene Playlists, die die Vor- und Nachbereitung vieler Konzerte und Aufführungen des Düsseldorfer Musiklebens ermöglichen. Physische Tonträger verschwinden hingegen mehr und mehr vom gesamten Markt, bereits 2017 trugen sie nur noch mit 53 Prozent zum Gesamtumsatz der Musikindustrie bei. 2018 sanken die Verkaufszahlen von Musik-CDs noch einmal um 24 Prozent. Auf diese Entwicklung stellen sich auch Bibliotheken ein.

Open Library: Ein Schritt in die Zukunft
Einen großen Schritt in die Zukunft werden die Stadtbüchereien mit der
Ausweitung der Öffnungszeiten ihrer Zentralbibliothek gehen. Ab dem 1. Juli wird die Bibliothek täglich eine Stunde früher, nämlich schon um zehn Uhr, ihre Pforte öffnen. Am Samstag wird die Öffnungszeit der Zentralbibliothek von drei auf künftig sechs Stunden verdoppelt. Damit wird dem Wunsch des Bibliothekspublikums Rechnung getragen, das sich mehr Öffnungsstunden wünscht. Die Ausweitung der Öffnungszeiten am alten Standort der Bibliothek im Wandel Zentralbibliothek kann allerdings nur ein erster Schritt sein, so Bibliotheksdirektor Norbert Kamp: „Der Erfolg unserer neuen Zentralbibliothek im KAP1 wird auch entscheidend davon abhängen, dass sie in hohem Maße zugänglich ist. Denn die Bibliothek als öffentlicher Ort mit absolut niederschwelligem Zugang gehört den Bürgerinnen und Bürgern.“

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