Ligia Lewis, „minor matter“

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08-12-17 20:00 - 09-12-17 22:00
tanzhaus nrw
Address: Erkrather Str. 30, 40233 Düsseldorf, Deutschland

Fr 08.12. 20:00 + Sa 09.12. 20:00

Kann die Black Box des Theaters zum Erfahrungsraum von Blackness werden? Und wie kann eine schwarze Position innerhalb eines weiß-dominierten Kanons mitgedacht werden? Die Choreografin Ligia Lewis und ihre zwei Mittänzer nehmen sich in „minor matter“ westeuropäische ikonische Choreografien und Bilder vor, schreiben ihre Körper in diese Sprache ein und transformieren dadurch das Ausgangsmaterial. Zu barocker Musik trifft Wrestling auf elegante höfische Posen und Maurice Béjarts Bolero-Ballett, ein Klassiker der Tanzgeschichte, wird in eine afroamerikanische Steppnummer überführt. Dabei geht es Ligia Lewis aber nicht um Gegensätze, vielmehr erreicht sie durch unendliche Überlagerungen eine neue Form von Abstraktion. Ihre Ästhetik ist nicht minimal, sondern maximal. Als Leitmotiv durchziehen Bilder des Todes das Stück, etwa wenn die Tänzer*innen mit schwarz tränenden Augen ganz in blutrotes Licht getaucht auftreten oder den Death Drop des Voguing und das Headbanging des Death Metal zitieren. Den gesamten Theaterapparat mobilisierend, erschafft sie einen pulsierenden sozialen und poetischen Raum, der uns Gemeinschaft neu denken lässt. In einer Zeit des zunehmenden Rassismus hält Ligia Lewis ein starkes Plädoyer für eine Politik der Minderheiten. Nach ihrem Solo „Sorrow Swag“, 2015 beim ImPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d’Europe ausgezeichnet, ist „minor matter“ der zweite Teil ihrer Trilogie „BLUE, RED, WHITE“. Sie zeigt ihre Arbeiten sowohl im Theater als auch im Museum, zuletzt in der Tate Modern in London. Ligia Lewis zählt neben Claire Cunningham und Choy Ka Fai zu den drei neuen Factory Artists am tanzhaus nrw. Soeben erhielt sie den renommierten Bessie Award für „minor matter“. Dauer: 60 Min. / anschl. Gespräch mit dem Künstler Isaiah Lopaz aus Berlin / Sa 19:00 Physical Introduction / Sa 19:30 Einführungsgespräch im Rahmen von „Academies on the move“ „Die großen Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, Gefährdung, Zwang zu Selbstdefinition und Selbstbehauptung, Lust, Liebe, Erotik, Tod sind immer anwesend, ohne konkret gezeigt zu werden.“ Frank Schmid, kulturradio, 26.11.2016

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    Di 19.12. 20:00 + Mi 20.12. 20:00 + Do 21.12. 20:00

    HARTMANNMUELLER werfen in ihrer neuen Arbeit einen intimen Blick auf das Dasein des Menschen. Mit präzisen Handlungen definieren sie einen Raum, konstruieren eine Situation, setzen den Körper in Bezug zu einer Skulptur, um dann die Anordnung auf ihre theatrale Wirkung zu untersuchen. In ausgearbeiteten Bildern spielen sie mit dem Empfinden von Zeit, dehnen sie und strapazieren den Moment bis zum Äußersten. Betrachter*innen erleben die ungeahnten Metamorphosen der Körper, die HARTMANNMUELLER so herbeiführen. Dabei fragen sie, wie sich ein Begriff vom Körper bildet, nach den Grenzen der Manipulierbarkeit und wie sich solch radikale Eingriffe auf das auswirken, was den Menschen eigentlich ausmacht. Monströses und Entstelltes haftet der Menschen-Plastik an, die aus dem Laboratorium des Künstler-Duos hervorgeht. Den Soundtrack zur Analyse des Menschenkörpers und seiner Veränderbarkeit gestaltet wie in den vorausgegangenen Produktionen der Klang- und Bildkünstler Orson Hentschel.
    Simon Hartmann und Daniel Ernesto Mueller lernten sich 2006 während ihres Studiums an der Folkwang Universität der Künste in Essen kennen. 2011 gründeten sie ihre Kompanie HARTMANNMUELLER in Düsseldorf. 2015 erhielten sie den Förderpreis der Stadt Düsseldorf im Bereich der Darstellenden Kunst.

    Dauer: 60 Min. / Do anschl. Gespräch / Mi 20.12. 18:00 Offene Probe „Red Haired Men“ von Alexander Vantournhout

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