Frisch gepresst: Julia Trompeter, „Frühling in Utrecht“

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17-12-19 18:00 - 17-12-19 20:00
Zentralbibliothek Düesseldorf
Address: Bertha von Suttner Pl. 1, 40227 Düsseldorf, 德国
Nach einem überstürzten Umzug nach Utrecht will die Ex-Berlinerin Klara ihre zerbrochene Beziehung und eine gescheiterte Karriere als Kneipenwirtin hinter sich lassen. In Zeiten, in denen Flüchtlingsströme durch Europa ziehen, verarbeitet sie ihre persönliche Flucht im Kleinen und hält in einem dagboek die verwirrenden Unterschiede zwischen ihrem alten und neuen Leben fest. Die Autorin Julia Trompeter lebt selbst wechselnd in Köln und in Utrecht. Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Düsseldorf und dem Freundeskreis Stadtbüchereien Düsseldorf Lernstudio der Zentralbibliothek. Eintritt frei.

Related upcoming events

  • 20-01-20 19:00 - 20-01-20 21:00

    Weißrussland auf dem Weg nach Europa?
    Perspektiven nach der Parlamentswahl vom November 2019
    Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Olga Shparaga
    Die westlichen Medien waren einmütig wie selten der Meinung: das war nicht wirklich eine Wahl. Am 17. November 2019 waren die Wahlberechtigten unter den rund 9,5 Millionen Einwohnern Weißrusslands dazu aufgerufen, die 110 Abgeordneten des Nationalparlaments zu bestimmen. Der seit 1994 amtierende Präsident Alexander Lukaschenko hatte mit seinen Helfern allerdings schon vorab dafür gesorgt, dass oppositionelle Kräfte keine Chance hatten. Dennoch stellt sich weiterhin die Frage, wohin sich Weißrussland in Zukunft orientieren wird: zum großen und machtbewussten Nachbarn Russland hin oder eher doch zu den westlichen Nachbarn Polen, Lettland und Litauen, die allesamt der EU und der NATO angehören.

    Olga Shparaga lehrt am College of Liberal Arts (ECLAB) in Minsk und ist derzeit Gastdozentin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

    In Kooperation mit: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. DGO und Lehrstuhl für Geschichte und Kulturen Osteuropas an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

  • 21-01-20 20:00 - 21-01-20 22:00

    Lesefenster der Zentralbibliothek
    Bertha-von-Suttner-Platz 1
    40227 Düsseldorf
    Eintritt frei
    In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Düsseldorf & dem Freundeskreis der Stadtbüchereien

  • 22-01-20 15:00 - 22-01-20 18:15

    Tschechischer DokFilm am Mittwoch
    CZ 2019, 75 Min., OmeU, Regie: Rozalie Kohoutová und Tomáš Bojar
    Vor ein paar Jahren begann eine Handvoll Enthusiasten in Marokko Eishockey zu spielen. Als man in der tschechischen Botschaft vor Ort davon erfuhr, beschlossen die Diplomaten, dies zu unterstützen. So entstand die Idee zu einem Freundschaftsspiel von zwei Jugendmannschaften, ein Team aus dem ostböhmischen Náchod macht sich nun bereit für die weite Reise. Die Kamera von Rozálie Kohoutová und Tomáš Bojar ist mit dabei und fängt die Reisevorbereitungen einiger Jungs, die Ankunft bei den Gastfamilien und die ersten Versuche, in einem unbeholfenen Englisch mit den gleichaltrigen Marokkanern zu kommunizieren, ein. Dabei kommt es immer wieder zu komischen Situationen, aber manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Einige Monate später tritt die marokkanische Mannschaft für das Rückspiel die Reise nach Tschechien an. Lodernde Teenager-Egos, von der Begegnung auf dem Eis angeheizte Spannungen und ein Film, der seiner Linie treu bleibt: den Nationalstolz der Teenager beobachten, der manchmal unter Einsatz von Hockeyschlägern und bei hitzigen Diskussionen im Bus zu entgleiten droht.

    In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

  • 22-01-20 19:00 - 22-01-20 21:00

    Literaturbüro NRW
    Bismarckstraße 90
    40210 Düsseldorf
    Eintritt frei
    In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

  • 22-01-20 19:00 - 22-01-20 21:00

    Literaturbüro NRW
    Bismarckstraße 90
    40210 Düsseldorf
    Eintritt frei
    In Zusammenarbeit mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

  • 22-01-20 19:00 - 22-01-20 21:00

    22. Januar – 19.00 Uhr
    Letní hokej / Off Sides
    Tschechischer DokFilm am Mittwoch
    CZ 2019, 75 Min., OmeU, Regie: Rozalie Kohoutová und Tomáš Bojar
    Vor ein paar Jahren begann eine Handvoll Enthusiasten in Marokko Eishockey zu spielen. Als man in der tschechischen Botschaft vor Ort davon erfuhr, beschlossen die Diplomaten, dies zu unterstützen. So entstand die Idee zu einem Freundschaftsspiel von zwei Jugendmannschaften, ein Team aus dem ostböhmischen Náchod macht sich nun bereit für die weite Reise. Die Kamera von Rozálie Kohoutová und Tomáš Bojar ist mit dabei und fängt die Reisevorbereitungen einiger Jungs, die Ankunft bei den Gastfamilien und die ersten Versuche, in einem unbeholfenen Englisch mit den gleichaltrigen Marokkanern zu kommunizieren, ein. Dabei kommt es immer wieder zu komischen Situationen, aber manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Einige Monate später tritt die marokkanische Mannschaft für das Rückspiel die Reise nach Tschechien an. Lodernde Teenager-Egos, von der Begegnung auf dem Eis angeheizte Spannungen und ein Film, der seiner Linie treu bleibt: den Nationalstolz der Teenager beobachten, der manchmal unter Einsatz von Hockeyschlägern und bei hitzigen Diskussionen im Bus zu entgleiten droht.

    In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

  • 23-01-20 20:00 - 23-01-20 21:00

    Dieser einführende Vortrag schildert die historischen Hintergründe, vor denen sich die Entwicklung des ersten geistigen Ritterordens in Europa abspielt, und präsentiert die Protagonisten bei der Gründung des Ordens.

    Die dramatischen gesellschaftlichen Verhältnisse am Anfang des zweiten Jahrtausends nach Christi (1000-1100) sind gekennzeichnet von der Dekadenz, dem Recht des Stärkeren und der Gewalt seiner unerbittlichen Willkür. Es sind raue und dunkle Zeiten. Eine Degeneration der moralischen Werte verbreitet sich in Kirche und Gesellschaft. Das alte Rittertum, ursprünglich zum Schutz der Menschen ersonnen, entwickelt sich zu einem Raubrittertum, das sich ohne Erbarmen am Elend anderer bereichert.

    Der Aufruf zum Kreuzzug durch Papst Urban II. stellt in dieser Situation einen kurzfristigen Ausweg dar, um dem Ideal des Ritters eine neue Aufgabe zu geben.  Die Ostkirche verzweifelt unter dem Ansturm des Islam und die Heilige Stadt, in der der Erlöser gekreuzigt wurde, ist für christliche Pilger nahezu unerreichbar geworden.

    Doch nach der Eroberung Jerusalems stellt sich eine Gruppe von frommen Rittern, die sich dem Schutz der Pilger und der heiligen Stätten verschrieben hatte, die unvermeidliche Frage nach der Vereinbarkeit eines spirituellen Weges mit der offensichtlichen Notwendigkeit, das eigene Leben und das der anderen mit der Waffe verteidigen und manchmal töten zu müssen.

    Bernhard von Clairvaux gibt dem ersten geistigen Ritterorden der Christenheit seine spirituellen Grundlagen. Seine Lehre gleicht auf erstaunliche Weise der Mentalität der buddhistischen Shaolinmönche, der Samurai und der Unterweisung des Krishna in der indischen Tradition. Der Templer muss in sich die Vereinigung zweier scheinbar gegensätzlicher Prinzipien bewirken: er muss das Krieger- und Priestertum gleichzeitig in sich verwirklichen.

     

  • 28-01-20 15:00 - 28-01-20 18:15

    Kindheitsmuster. Erinnerungen an Nazi-Diktatur, Flucht und Vertreibung in der Literatur Ost- und Westdeutschlands
    Vortrag von Dr. Katja Schlenker und Prof. Dr. Winfrid Halder
    Tagungsort: Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter, Johannes-Albers-Allee 3, Königswinter
    Der Vortrag findet innerhalb des Zeithistorischen Seminars des Johannes-Albers-Bildungsforums »Nachkriegskinder – Erziehung im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit« statt, das vom 27. bis 29. Januar in Königswinter angeboten wird. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.azk-csp.de – Bildungsangebote.

    Weitere Informationen zum Programm: www.azk-csp.de

  • 29-01-20 19:00 - 29-01-20 21:00

    Ein Abend mit dem Schauspieler aus Leitmeritz
    Veranstaltungsort: Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Steinstr. 48, Dortmund
    Dietrich Mattausch, geboren in Leitmeritz/Litoměřice, wurde durch Fernseh- und Theaterrollen (u. a. »Die Piefke-Saga« und »Der Fahnder«) bekannt. Nicht nur im Hinblick auf seine Herkunft, sondern auch in seinem Schauspielerleben stößt man auf böhmische Bezüge: So spielte er 1984 in »Die Wannsee-Konferenz« Reinhard Heydrich, den Stellvertretenden Reichsprotektor des Protektorats Böhmen und Mähren, und 2007 in dem Film »Prager Botschaft« den dort in den turbulenten Tagen des Jahres 1989 amtierenden deutschen Botschafter Hermann Huber. In der Reihe »Böhmische Biografien« führt Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die böhmischen Länder, das Gespräch mit dem Schauspieler und zeigt Ausschnitte aus seinen Filmen.

    Eine Veranstaltung des Kulturreferenten für die böhmischen Länder 
In Kooperation mit: Auslandsgesellschaft.de e. V. und Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e. V. (DTSG)

  • 30-01-20 19:45 - 30-01-20 21:00

    1945 um 19 Uhr 45 in 45 Minuten. Tagebücher vom Kriegsende
    Literaturbüro NRW
    Bismarckstraße 90
    40210 Düsseldorf
    Eintritt frei

  • 30-01-20 19:45 - 30-01-20 21:00

    Januar – 19.45 Uhr Zwischen den Fronten. Kriegstagebücher von Gerhard Nebel
    Lesung mit Michael Zeller
    Dieser Aushilfslehrer habe »ein wenig Feuer und einen erfrischenden Windstoß von Anarchie« in die Schule gebracht – so erinnerte sich viel später Heinrich Böll an seine Begegnung als Schüler mit Gerhard Nebel (1903–1974). Dieser unterrichtete 1936/37 für kurze Zeit am damaligen Kölner Kaiser-Wilhelm-Gymnasium Alte Sprachen und Sport. Da war Nebel schon mehrfach angeeckt, ein erklärter Nazigegner. Später zur Wehrmacht einberufen, wurde der vielsprachige Nebel als Dolmetscher eingesetzt, so im besetzten Paris, wo er zum Kreis um Ernst Jünger gehörte – bis die nächste Strafversetzung erfolgte. In seinen Tagebüchern richtete er einen schonungslosen Blick auf die Realität des Krieges und den Charakter des NS-Regimes.
    Michael Zeller, Gerhard Nebels Wuppertaler Schriftstellerkollege, stellt dessen lange Zeit zu Unrecht vergessenen Kriegstagebücher vor, die er 2010 neu herausgegeben hat.

  • 04-02-20 19:00 - 04-02-20 21:00

    04. Februar – 19.00 Uhr
    Der Treuhand-Komplex: Legenden. Fakten. Emotionen
    Buchvorstellung und Diskussion mit Norbert F. Pötzl
    Die »Treuhand« – das ist immer noch ein Reizwort für viele Menschen, obwohl seit dem Ende der DDR drei Jahrzehnte vergangen sind. Die noch durch einen Beschluss des DDR-Ministerrates vom 1. März 1990 begründete, am 3. Oktober 1990 in eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelte Institution ist bis heute umstritten. Viele Vorwürfe werden gegen die Vorgehensweise und die Ergebnisse bei der der Treuhand obliegenden Privatisierung des »Volkseigentums« in den damals neuen Bundesländern erhoben – rigoroser Ausverkauf zum Vorteil Weniger oder alternativlose Abwicklung nicht konkurrenzfähiger Unternehmen? Der renommierte Journalist und Publizist Norbert F. Pötzl, der lange für das Magazin »Der Spiegel« tätig war, hat unter Nutzung bislang unveröffentlichter Quellen eine neue, differenziert urteilende Analyse vorgelegt.

  • 05-02-20 19:00 - 05-02-20 21:00

    Rahmenprogramm zur Studienreise 2020
    Geschichte Serbiens im Abriss

  • 11-02-20 19:00 - 11-02-20 21:00

    11. Februar – 19.00 Uhr

    Vortrag von Rainer Lehni
    Rainer Lehni, Bundes- und Landesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland – Landesgruppe NRW, berichtet zur Geschichte der Kirchenburgen und über die aktuelle Situation dieses kulturell bedeutsamen architektonischen Erbes für Europa.

    Begleitveranstaltung zur Ausstellung »Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – Ein europäisches Kulturerbe«

  • 12-02-20 19:00 - 12-02-20 21:00

    Miron Białoszewski: Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand
    Buchvorstellung und Lesung mit Esther Kinsky und Tadeusz Sobolewski
    Wer sich für die polnische Literatur, speziell die Lyrik des 20. Jahrhunderts interessiert, der kennt auch Miron Białoszewski (1922–1983). Einige seiner Texte haben – etwa in Form von Chansons von Ewa Demarczyk – Kultstatus erreicht. Der junge, noch unbekannte Warschauer Białoszewski war aber auch Teilnehmer und Zeuge des mutigen Aufstandes in seiner Heimatstadt gegen die deutschen Besatzer und dessen brutaler Niederschlagung im Sommer 1944. Seine bewegenden Erinnerungen daran erschienen in Polen erstmals 1970 – in einer auf Geheiß des kommunistischen Regimes gekürzten Version. Erst 2014 kam eine vollständige polnische Fassung heraus, die nun erstmals auch in deutscher Sprache vorliegt. Sie wird von Esther Kinsky, versiert als Autorin und Übersetzerin, und von Tadeusz Sobolewski, dem polnischen Biografen Miron Białoszewskis, vorgestellt.

    In Kooperation mit: Polnisches Institut Düsseldorf und Literaturbüro NRW

  • 13-02-20 20:00 - 13-02-20 21:00

    der Heilige Krieg in der östlichen und westlichen Tradition

    Die Idee eines geistigen oder spirituellen Ideals des Kriegers ist sehr alt und findet sich in vielen Traditionen des Orient und Okzident.

    Das Bushidō, der „Weg des Kriegers“, entlehnt seine Grundlehren aus den Prinzipien des Shintō, des Buddhismus und Konfuzianismus. Es ist der Kodex jener nur mündlich übertragenen moralischen Werte, die der Samurai, der japanische Ritter, beachten muss. Ein Gesetz, das im Herzen des Kämpfers eingeschrieben sein soll. Es besteht aus Ehrlichkeit, Mut, Mitgefühl, Höflichkeit, Ehrenhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Loyalität und betrachtet nur wahrhaftige Taten als heilig. Auch in China sind die Kampfkünste durch den Daoismus tief von Ideen der Ethik und des stets angemessenen Handelns durchdrungen. Dafür muss zuerst der Geist des Kämpfers von allen Wünschen und Begierden gereinigt werden.

     

    Im Urchristentum spricht Origenes in seinen Homilien zum Buch Joshua, das die Eroberung des „Heiligen Landes“ beschreibt, ausdrücklich über die Notwendigkeit, die inneren Feinde zu besiegen. Seiner esoterischen Lehre zufolge beschreibt die Bibel die uralte Idee des spirituellen Kampfes sehr ausführlich, aber nur auf verschleierte Weise: zum Beispiel mit den Namen von Orten und Feinden, deren tiefere Symbolik innerlich gelebt werden muss, „um das Himmelreich zu erobern“. Wer den Kampf im Außen sucht, so der Kirchenlehrer, verfehlt das Ziel, weil er den geistigen Sinn der Schrift nicht versteht.

    Im Islam spricht das „Kitāb-ul-Futuwwa“, eine Schrift über das spirituelle Rittertum, von einem „kleinen Krieg“, der im äußeren Leben gegen die Ungerechtigkeit und gegen die Unterdrückung der Schwachen geführt werden muss, und von dem viel anspruchsvolleren und wichtigeren „großen Krieg“, der eigentliche „heilige Krieg“, der im Innern des Menschen sein Schlachtfeld findet. Es ist der Krieg des Menschen gegen die Feinde, die er in sich trägt und die der Ordnung und der Einheit im Wege stehen. Eine Einheit, welche die harmonische Verbindung von Innen und Außen, von edlem Gedanken und selbstloser Handlung bedeutet, die auf ein einziges Ziel ausgerichtet sind: Wahrhaftigkeit.

    Die spirituellen Texte der indischen Tradition finden in der Bhagavad Gita, dem „Gesang des Erhabenen“, ihren tiefsten Ausdruck. Das Gespräch zwischen Krishna und Arjuna entwickelt die Essenz der indischen Geheimlehre vom spirituellen Kampf. Arjuna stellt den Idealtyp des geistigen Kriegers dar, eine Idee, die in jedem Menschen steckt und auch erweckt werden soll. Eingebunden in den Diskurs über die Wiederkehr der Seelen und das Gesetz des Karmas soll der Mensch lernen, das Richtige zu tun, denn der Geist kann weder töten, noch getötet werden. Niederlage oder Triumph, egal, nur mit seiner Ausrichtung auf Gott kann der Mensch wirklich siegen, und damit das Gute.

    Noblesse oblige.

    Somit ist für den Ritter vor allem eins wichtig: die Intention seiner Handlung. Ist diese auf Gerechtigkeit, Frieden, Liebe und Wahrheit ausgerichtet, ohne dass er in seinem Innern von den Äußeren Umständen bedingt wird, dann ist er auf dem richtigen Weg. Die Absicht des spirituellen Kriegers ist es also, das universale Wesen Gottes individuell zum Ausdruck zu bringen, Sein ausführender Arm in der Gesellschaft zu sein, unabhängig davon, ob er dieses göttliche Prinzip mit Krishna, Christus oder Allāh identifiziert.

    Die verborgene, antike Lehre eines wahrhaft geistigen Rittertums findet bei den Tempelrittern eine völlig neue Art des Ausdrucks. Das revolutionäre an der Bewegung der Templer ist aber nicht ihre historische Bedeutung als christliche Kampftruppe im Heiligen Land: vielmehr spiegelt sich ihr immenser gesellschaftlicher Einfluss bis heute in der gesamten abendländischen Kultur wieder.

     

     

     

  • 17-02-20 19:00 - 17-02-20 21:00

    Der letzte Pfarrer von Königsberg. Hugo Linck zwischen Ostpreußen und Hamburg
    Buchvorstellung und Gespräch mit Henriette Piper
    Im August 1930 wurde Hugo Linck Pfarrer der Löbenichtschen Kirche, einer der evangelischen Innenstadtgemeinden der alten ostpreußischen Hauptstadt. Hugo Linck konnte nicht wissen, dass er der letzte Pfarrer dieses Gotteshauses sein sollte. Und er konnte nicht wissen, wie schwer die Jahre werden sollten, die vor ihm lagen. Bald nach der Installierung des NS-Regimes schloss sich Linck der regimekritischen Bekennenden Kirche an, deren Mitglieder zahlreichen Drangsalierungen ausgesetzt waren. Auch als Anfang 1945 die Kriegskatastrophe über Königsberg hereinbrach und die Rote Armee die zerstörte Stadt nach heftigsten Kämpfen schließlich besetzte, harrte Pfarrer Linck bei den verbliebenen Gemeindemitgliedern aus. Dadurch wurde er Zeuge der Gewaltexzesse seitens der Besatzungskräfte und der grauenvollen Hungerzeit. Erst im März 1948 konnte er Königsberg mit einem der letzten Deportationszüge Richtung Westen verlassen.
    Henriette Piper hat ein bewegendes Buch über ihren Großvater Hugo Linck geschrieben, der als gläubiger Christ die Kraft zu einem Neuanfang als Pfarrer in Harvestehude fand und zugleich in einer ganzen Reihe von Büchern die Erinnerung an den einstigen Glanz und den furchtbaren Untergang seiner ostpreußischen Heimat wachhielt.

    In Kooperation mit: BdV-Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

  • 19-02-20 19:00 - 19-02-20 21:00

    Mallory (CZ 2015, 97 Min., OmeU, Regie: Helena Třeštíkov)
    Aus unserer Reihe: Tschechischer DokFilm am Mittwoch
    Über fünfzig Dokumentarfilme umfasst die Filmografie der renommierten, mit zahlreichen internationalen Preisen geehrten Regisseurin Helena Třeštíková. Seit Mitte der 1970er-Jahre dreht sie für Kino und Fernsehen so unaufdringliche wie eindrückliche Porträts – oftmals Langzeitbeobachtungen – von Eheleuten, Personen der tschechischen Zeitgeschichte und immer wieder auch von gesellschaftlichen Außenseitern. Eine von ihnen ist Mallory. Als Helena Třeštíková sie 2002 kennenlernte, hatte die junge Frau eine langjährige Drogenkarriere hinter sich. Nach der Geburt ihres Sohnes gelang es ihr, clean zu werden. Die nächsten dreizehn Jahre begleitet die Regisseurin Mallory auf ihrem Lebensweg, der von zahlreichen Schwierigkeiten und Rückschlägen geprägt ist. Allen Widerständen zum Trotz schafft es Mallory, ihre Erfahrungen zu nutzen und zu einer Person zu werden wie die, die ihr einst selbst geholfen hat. Ein beeindruckendes Porträt einer Frau, die mit großer Offenheit und Ausdrucksfähigkeit einen ungeschönten Einblick in die Kämpfe ihres Lebens gibt.

    In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

  • 26-02-20 19:00 - 26-02-20 21:00

    Russische Außenpolitik unter Wladimir Putin 2000 bis 2020
    Grundlagen und Perspektiven; Vortrag und Diskussion mit Felix Riefer
    Seitdem er als Nachfolger Boris Jelzins Ende März 2000 seine erste Amtszeit als russischer Präsident antrat, ist Wladimir W. Putin die entscheidende Schlüsselfigur der russischen Politik. Seither verlässt Russland offensichtlich den unter der Perestroika eingeschlagenen Pfad der Liberalisierung und Demokratisierung. Putins Macht erscheint heute, 20 Jahre später, konsolidiert. Oppositionelle Bestrebungen werden repressiv behandelt. Spätestens mit dem Krieg in der Ukraine ist der geopolitisch-ideologische Ordnungskonflikt offengelegt. Doch woher kommen diese Ideen zur Staatlichkeit und außenpolitischen Mission? Lassen sich Verhaltensmuster feststellen? Und welche Rolle spielt dabei das Welt- und Geschichtsbild der Kreml-Eliten? Der Politikwissenschaftler und Russland-Experte Felix Riefer beschäftigt sich seit langem mit dieser Frage und hat zahlreiche Beiträge für die Bundeszentrale für politische Bildung verfasst.

    In Kooperation mit: Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e. V. DGO und Lehrstuhl für Geschichte und Kulturen Osteuropas an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

  • 04-03-20 19:00 - 04-03-20 21:00

    Geschichte von Bosnien und Herzegowina im Abriss
    Kein Land für einfache Antworten. Vorträge von Dr. Wolfgang Kessler
    Bis zum Beginn der 1990er-Jahre gab es wohl für die meisten Westdeutschen nur »Jugoslawen«, die allerdings zahlreich. Schon zu Beginn der 1960er-Jahre waren weit mehr als 10.000 »Gastarbeiter« aus Jugoslawien in die BRD gekommen. Diese von den vielen politischen Emigranten zu unterscheiden, die früher als Gegner des kommunistischen Tito-Regimes ihre Heimat verlassen hatten, war nicht ganz leicht – in die Schlagzeilen gerieten beide Gruppen allenfalls, wenn es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen ihnen gab. Nach dem Anwerbeabkommen zwischen der Bonner und der Belgrader Regierung, das im Oktober 1968 abgeschlossen wurde, erhöhte sich die Zahl der in Westdeutschland arbeitenden jugoslawischen Staatsangehörigen rasch auf mehrere Hunderttausend. Dass es sich um Angehörige verschiedener nationaler Gruppen handelte, trat vielen Bundesbürgern erst mit dem über weite Strecken gewaltsam ausgetragenen Zerfall Jugoslawiens seit 1990/91 vor Augen – denn die Jugoslawen waren eben Serben, Kroaten, Slowenen, Bosnier unterschiedlicher Prägung, Kosovaren und einige mehr. Die Vorgeschichte des Konfliktes, der neuerlich Hunderttausende, jetzt als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland trieb, wird nur durch einen differenzierten Blick in die historischen Eigenarten und Gemeinsamkeiten der erst infolge des Ersten Weltkrieges in einem Staatsgebilde zusammengefassten Völkerschaften deutlich. Diese Voraussetzungen bestimmen die komplizierten Verhältnisse in und zwischen den EU-Mitgliedsstaaten Kroatien und Slowenien sowie Serbien und Bosnien-Herzegowina, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben.
    Dr. Wolfgang Kessler, langjähriger Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne, ist ein ausgewiesener Experte für die komplexe und teilweise widerspruchsvolle Geschichte Südosteuropas.

  • 09-03-20 15:00 - 09-03-20 18:00

    11. März – 15.00 Uhr

    Aus unserer Reihe: Bücher im Gespräch
    Mongolenstürme, Tartarenangriffe, Türkeneinfälle – immer wieder mussten sich die in Transsilvanien lebenden Siebenbürger Sachsen gegen feindliche Angriffe aus dem Südosten wehren. Zur Verteidigung bauten die Sachsen seit dem 13. Jahrhundert mächtige Kirchenburgen und Wehrkirchen. Diese dienten der Bevölkerung als Fluchtpunkte bei kriegerischen Auseinandersetzungen und wurden als Lagerort für Vorräte genutzt. Noch heute kann man rund 150 dieser Wehranlagen besichtigen, die sich durch eine besondere architektonische Ästhetik auszeichnen und als einzigartig in Europa gelten. Anlässlich der Ausstellung »Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen – Ein europäisches Kulturerbe«, die im Gerhart-Hauptmann-Haus vom 30. Januar bis 15. März gezeigt wird, stellen wir neue und interessante Publikationen zum Thema vor.

    Anmeldung: Dina Horn, 0211-16991-30, horn@g-h-h.de
    Anmeldeschluss: 10. März 2020

  • 09-03-20 18:00 - 09-03-20 21:00

    Im Schatten des Erfolgs. Russische Schriftsteller und ihre starken Frauen
    Vortrag von Natascha Janovskaja
    Eine ganze Reihe von Werken der Weltliteratur verdankt ihren Ruhm dem unermüdlichen Einsatz von Frauen. Gerade in der russischen Literatur finden sich bedeutende Romane, deren Autoren ohne das Engagement ihrer hochgebildeten und klugen Ehefrauen niemals einen derartigen Erfolg erzielt hätten. Exemplarisch beleuchtet die Diplom-Pädagogin Natascha Janovskaja an den Schicksalen von Vera Nabokova und Sofja Tolstaja, welchen Einfluss die Lebensgefährtinnen auf das literarische Werk ihrer berühmten Männer nahmen. Ihre Verdienste um die Weltkultur sind bedeutend, und doch wurden sie selten hinreichend gewürdigt.

    In Kooperation mit: VHS Düsseldorf

  • 12-03-20 19:00 - 12-03-20 21:00

    Vortrag von Dr. Heinke Fabritius
    Zahlreiche (deutschsprachige) Künstlerinnen aus dem östlichen Europa haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in den großen Metropolen – etwa Berlin, München oder Köln – niedergelassen. Die Gründe dafür sind vielfältige, oft auch politische. Einige dieser jungen Frauen haben mit ihrem bildnerischen Werk markante Positionen errungen und die Kunstszene geprägt. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen ihrer Herkunft schöpfend, geben sie unerwartete Hinweise, um Europa in seiner Vielfalt zu denken. Heinke Fabritius stellt in ihrer Reihe »Deutschsprachige Künstlerinnen im und aus dem östlichen Europa« Leben und Werk der Künstlerinnen Grete Csaki-Copony, Margarete Depner, Käthe Kollwitz und Renée Sintenis vor und beleuchtet dabei sowohl deren spezifische Lebenswege als auch maßgebende Hauptwerke.

    Dr. Heinke Fabritius ist Kunsthistorikerin und Kulturreferentin am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim.

    Gefördert durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen

  • 12-03-20 19:00 - 12-03-20 21:00

    Vortrag von Dr. Heinke Fabritius
    Zahlreiche (deutschsprachige) Künstlerinnen aus dem östlichen Europa haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in den großen Metropolen – etwa Berlin, München oder Köln – niedergelassen. Die Gründe dafür sind vielfältige, oft auch politische. Einige dieser jungen Frauen haben mit ihrem bildnerischen Werk markante Positionen errungen und die Kunstszene geprägt. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen ihrer Herkunft schöpfend, geben sie unerwartete Hinweise, um Europa in seiner Vielfalt zu denken. Heinke Fabritius stellt in ihrer Reihe »Deutschsprachige Künstlerinnen im und aus dem östlichen Europa« Leben und Werk der Künstlerinnen Grete Csaki-Copony, Margarete Depner, Käthe Kollwitz und Renée Sintenis vor und beleuchtet dabei sowohl deren spezifische Lebenswege als auch maßgebende Hauptwerke.

    Dr. Heinke Fabritius ist Kunsthistorikerin und Kulturreferentin am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim.

    Gefördert durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen

  • 12-03-20 20:00 - 12-03-20 21:00

    Donnerstag, 12. März 2020 um 20 Uhr

     

    Geheimlehre und Heiliger Gral

    das Vermächtnis der Templer

     

    Es ist viel über die Geheimlehre der Templer und den Heiligen Gral spekuliert worden. Dabei hat man übersehen, dass sie noch heute für alle deutlich sichtbar vor uns liegt, gemäß der zentralen Botschaft des Christus, die besagt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“

     

    Die Vereinigung der Idee des Priesters und des Kriegers findet zunächst im Emblem des Ordens seinen Ausdruck, das zwei Reiter auf einem Pferd zeigt. Im mittelalterlichen Europa gab es für den Menschen nur zwei Wege, mit denen er seinen Platz an der Spitze der Gesellschaft behaupten konnte: der Weg des Mönches, der ein nach Innen gerichteter Pfad ist, idealerweise ein Leben der Entbehrung und Zurückgezogenheit, oder der Weg des Ritters, um in der Welt zu handeln. Die Templer führen erstmals ein neues und in all seinen Auswirkungen revolutionäres Konzept ein, in dem sich beide Wege zu einem einzigen aktiven und zugleich spirituellen Weg verbinden.

     

    Die Lehre des Ordens kommt auch durch andere äußerlich sichtbare Veränderungen zum Ausdruck. So entsteht nicht zufällig zusammen mit der Bewegung der Templer eine neue Architektur und eine neue Kunstform: die Gotik und die Gralsliteratur. Beide sind verbunden mit der Entfaltung des Ordens und der Ausdehnung seines Einflusses in ganz Europa.

     

    Die gotischen Kathedralen, zum Beispiel, zeigen eine bis dahin nicht für möglich gehaltene, in die Höhe gerichtete Architektur, die mächtige und lichtvolle Elemente in sich vereint. Sie symbolisiert das Streben des Menschen hin zu erhabenen Geisteshöhen, um sich an der Idee des Göttlichen zu sättigen. Die mysteriösen Darstellungen an ihren Fassaden, alchemische Symbole der Umwandlung, geheimnisvolle Labyrinthe und die besonderen Maße ihrer Baumodule, die erstaunliche mathematisch-musikalische Regeln hervorheben, zeugen von dem umfangreichen Geheimwissen der Templer, das nach ihrem Untergang zum Großteil verloren gegangen ist.

     

    Die Gralsliteratur ist ihrerseits ein offenes Buch für diejenigen, die in der Symbolik ihrer Geschichten und Legenden mehr sehen können, als die plakative Romantik der Erzählung: in ihnen verbergen sich die geheimen Lehren der Umwandlung des menschlichen Bewusstseins hin zu einem göttlichen Bewusstsein. Das Pferd, das Schwert, der König, die Dame, der Kampf, die Reisen, die Eroberung des Heiligen Grals etc… all dies sind Symbole für die Hilfsmittel und Zutaten auf dem Weg der individuellen Befreiung, für die Kräfte und Möglichkeiten, die jeder Mensch in seinem Inneren zur freien Verfügung hat.

     

    Es ist klar, dass eine so offen dargelegte Botschaft über die Befreiung des Menschen den Argwohn und Zorn jener Kräfte heraufbeschworen musste, die seit jeher von seiner Unterjochung profitieren.

     

     

     

     

     

  • 14-03-20 12:00 - 14-03-20 14:00

    D/Ö 2018, 90 Min.
    Filmvorführung und Gespräch mit Bettina Henkel
    Die Filmemacherin Bettina Henkel erzählt im Dokumentarfilm »Kinder unter Deck« von ihrer Reise nach Lettland, der Heimat ihrer baltendeutschen Großmutter. Sie begibt sich auf Spurensuche nach der Familiengeschichte. Es ist die persönliche Geschichte dreier Generationen einer Familie: Großmutter, Vater und Tochter – Ärztin, Psychoanalytiker und Filmemacherin. Als Kriegsenkelin einer Baltendeutschen ergründet sie Verdrängungen, als Tochter befragt sie den Vater, als Filmemacherin gräbt sie in Archiven – und dringt immer tiefer in das Dickicht ihrer Familienbiografie vor. Im Zentrum steht die transgenerationale Übertragung traumatischer Erfahrungen. Vater und Tochter entdecken die Schicksale der Familienmitglieder, suchen »Antworten« auf schmerzliche Fragen und die »Wahrheit« einer verdrängten Geschichte. Wie weh das tun würde, wusste vorher niemand. Henkels Film ist ein seelisches Roadmovie durch tiefliegende Verletzungen und eine universelle Geschichte über Erinnerungskultur(en) und die Vererbung von seelischen Wunden, verursacht durch Krieg und verdrängtes Leid, die – so heißt es am Ende – die Zeit allein nicht heilen kann.

    Bettina Henkel leitet als Dozentin für Bildende Kunst/Neue Medien das Medienlabor an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.

    In Kooperation mit: Deutsch-Baltische Landsmannschaft in NRW e. V.

  • 16-03-20 19:00 - 16-03-20 21:00

    Hafterfahrung in der DDR und Freikauf durch die Bundesregierung
    Vortrag und Gespräch mit Dr. Jörg B. Bilke
    24 Jahre alt und Student der Germanistik an der Universität Mainz war Jörg B. Bilke, als er am 9. September 1961 mitten in Leipzig vom DDR-Staatssicherheitsdienst verhaftet wurde. 1.071 Tage später, die er unter anderem im berüchtigten Zuchthaus Waldheim zugebracht hatte, konnte der inzwischen 27-Jährige die DDR endlich wieder verlassen. Die Bundesregierung unter Kanzler Ludwig Erhard hatte ihn für 40.000 DM freigekauft. Diese Praxis war erst kurz zuvor in der letzten Phase der Kanzlerschaft von Konrad Adenauer begründet worden. Bilkes »Verbrechen« hatte darin bestanden, dass er in einer Mainzer Studentenzeitschrift einige DDR-kritische Artikel veröffentlicht und sich dann bei einem Besuch der Leipziger Buchmesse für den seit Ende 1957 im nicht minder berüchtigten Stasi-Zuchthaus Bautzen II inhaftierten Schriftsteller Erich Loest interessiert hatte. Nach Lesart der SED-gesteuerten DDR-Justiz war dies »staatsfeindliche Hetze«.

    Dr. Jörg B. Bilke, der nach seinem Freikauf sein Studium fortsetzte und über das Frühwerk von Anna Seghers promovierte, spricht über seine Erfahrungen in der Haft. Vielen ist er nicht nur als Experte für DDR-Literatur bekannt, sondern auch als langjähriger Chefredakteur der Kulturpolitischen Korrespondenz der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat.

  • 18-03-20 19:00 - 18-03-20 21:00

    D, CZ 2019, 68 Min., OmeU, Regie: Veronika Janatková
    Aus unserer Reihe: Tschechischer DokFilm am Mittwoch
    Während die USA und die Sowjetunion um die Vorherrschaft im Weltall stritten, ließen sich in den späten 1960er-Jahren fast 100.000 Bürger auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs bei der US-Fluglinie PanAm auf die Warteliste des First Moon Flights-Clubs setzen, der Flugtickets zum Mond ausgab. Ein solches Ticket besitzt auch die Familie der Regisseurin Veronika Janatková. Ihr Großvater hatte es 1969 in Prag gekauft. Auf seinem Ticket mit der Moon Flights Club-Mitgliedsnummer 9772 schreibt PanAm, dass man nicht wisse, wie lange man auf die Reise warten müsse (man rechnete aber mit dem Jahr 2000). Auch der genaue Preis würde noch nicht feststehen, man würde die Clubmitglieder jedoch auf dem Laufenden halten. Seit Veronika Janatková von dieser Flugkarte zum Mond erfahren hat, ließ der Gedanke daran sie nicht mehr los. In ihrem Dokumentarfilm spürt sie einige der potenziellen Mondfahrer von damals auf und erzählt humorvoll deren Geschichte – und die Geschichte von Visionen, die Menschen damals mit dem Weltall verknüpften und heute noch träumen.

    In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum Berlin

  • 02-04-20 20:00 - 02-04-20 21:00

    Donnerstag, 2. April 2020 um 20 Uhr

     

     

    der Sieg des Imperiums

     

    Nach heutiger Einschätzung der wichtigsten und bedeutendsten Historiker ist die Vernichtung des Templerordens durch Philipp IV., genannt „der Schöne“, der vielleicht größte Gerichtsskandal der modernen Kriminologie.

    Gezielt lancierte Propaganda, gefälschte Beweise und falsche Zeugen in einem perfiden Spiel aus Macht und Korruption führten am 13. Oktober 1307 zur bis dato größten Polizeiaktion der Geschichte. An einem Tag werden in einer konzertierten Aktion nahezu alle Templer Frankreichs inhaftiert und auf unmenschliche Art und Weise der Folter unterzogen, um Geständnisse aus ihnen herauszupressen. Dieses Vorgehen war nach damaligem Recht in mehrfacher Hinsicht unrechtmäßig. Trotzdem hob Papst Klemens V. unter großem politischem Druck den Orden schließlich auf, ohne ihn jedoch jemals zu verurteilen.

    Eine Schuld konnte dem Orden nie auch nur durch ein einziges Beweisstück nachgewiesen werden. Philipp der Schöne, der sich in seiner Gier nach Gold am Vermögen der Templer bereichern wollte, hat sein Ziel nicht erreicht. Was von dem einst mächtigsten und größten Ritterorden bis heute bleibt, ist deshalb immer wieder auch die Frage nach dem sagenumwobenen Schatz der Templer, allem voran dem Heiligen Gral, der in ihrem Besitz gewesen sein soll.

    Doch was ist der Gral? Wozu dient er?

    Weshalb sind hunderte von Templern, nachdem sie unter der Folter ein falsches Geständnis abgelegt hatten, todesmutig auf den Scheiterhaufen gestiegen, in Beteuerung ihrer, für alle offensichtlichen Unschuld? Sie taten dies ohne auch nur ein einziges Wort über das Geheimnis der Templer preiszugeben. Sie haben nie verraten, wo der Heilige Gral sich befindet.

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