Falafel ala Kefak am Stresemannplatz

Am Stresemannplatz gibt es eine gastronomische Bereicherung aus Syrien: „Falafel ala Kefak“ heißt der Imbiss, den Vadi Damir (38) aus Aleppo eröffnete. Nach seiner Flucht 2015 bat er Samir Al Zein (29) und seine Brüder Jamin (26) und Mohammed (23), die in Solingen einen Autohandel betreiben, um Rat. Er wollte in Deutschland genau wie in Syrien in einem Restaurant arbeiten. Samir kam selbst mit seinen Eltern aus Syrien nach Deutschland als er drei Monate alt war. So hat er selbst erlebt, wie schwierig es ist in einer anderen Kultur mit einer schwer zu erlernenden Sprache aufzuwachsen. Er kennt sämtliche Klippen, die bei einer Integration überwunden werden müssen. Gegenüber dem WESTEN sagte er “ Ich bin hier groß geworden – viele meiner Freunde sind deutsch, andere nicht. Für mich spielt die Religion keine Rolle bei der Auswahl meiner Freunde.“

Vadi Damir (38) aus Aleppo und Mitarbeiter Foto: Alexander Keßel

Die Brüder Zain und Vadim mieteten den Platz zwischen Mintrop- und Scheurenstraße, renovierten den Vorbau und den Platz und eröffneten den Imbiss am 19. Dezember 2016. Diese Initiative schuf Arbeitsplätze für sechs Flüchtlinge. Der passenden Namen für den Imbiss war schnell gefunden: „Falafel ala Kefak“ („Falafel so, wie du sie magst“) hieß der Laden in Aleppo bis er durch den Krieg zerstört wurde. Und so heißt jetzt der Imbiss am Stresemannplatz.

Die Friedensbotschaft
Der Eröffnungstag des Imbiss wurde durch die schreckliche Mordtat des Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin überschattet. Samir, seine Brüder und Damir reagieren auf ihre Weise. Sie schreiben eine Botschaft des Friedens auf ein zwei mal drei Meter großes Plakat, das neben dem Imbiss aufgehängt wird: „Im Namen der Religion darf NICHT getötet werden!“


Vadi Damir und seine Mitarbeiter bieten Falafel für 2,50€ an. Nicht irgendwelche Falafel, so wie in vielen gastronomischen Betrieben: vorgefertigt, tiefgekühlt, dann aufgetaut und dem Gast serviert. Bei Falafel ala Kefak werden ausschließlich frische Zuaten verwandt.
Die Kichererbsen über Nacht einweichen, gut abtropfen lassen und mit der Zwiebel und den Knoblauchzehen durch den Wolf drehen. Zu den Kichererbsen Petersilie, Koriander, Kreuzkümmel, Zitronensaft, Salz, evtl. Chili, Backpulver und etwa 6 bis 8 EL Mehl geben und alles gut durchkneten. Aus dieser Masse Bällchen formen, diese in Mehl oder Paniermehl wenden und in Olivenöl ausbacken.

2 Gedanken zu „Falafel ala Kefak am Stresemannplatz

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: