Das Stadtarchiv

Dr. Benedikt Mauer

Gegenüber dem Postgebäude am Bahnhof ist das Stadtarchiv, das historische Gedächtnis der Stadt, untergebracht. Es verwahrt die Urkunden, Dokumente und Unterlagen der Stadtverwaltung. Dazu übernimmt das Archiv Nachlässe bedeutender Düsseldorfer sowie Unterlagen von Firmen und Vereinen. Es unterhält die größte Sammlung historischer Fotos aus der Stadt, dokumentiert die Düsseldorfer Zeitungen, wertet sie aus und bietet daraus Rückvergrößerungen an. Hinzu kommen Karten und Pläne, Plakate und Flugblätter sowie eine historische Fachbibliothek zur Geschichte unserer Stadt.

Das QM sprach mit dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Benedikt Mauer.
QM: Ihre historischen »Schätze« verwalten Sie ja nicht nur. Wie kann die Öffentlichkeit diese nutzen?
Dr. Mauer: Das Stadtarchiv steht allen historisch, kunst- und kulturhistorisch und auch familienkundlich Interessierten offen. Das gilt für Privatleute ebenso wie für professionelle Historikerinnen und Historiker, Journalisten und Kunstwissenschaftler. Sofern die teils sehr wertvollen Quellen – unser ältestes Stück datiert aus dem 14. Jahrhundert – nicht gesperrt sind, kann man sie hier im Original einsehen. Öffentlich zugänglich dürften etwa 90 Prozent unserer Bestände sein. Sie müssen auch nicht mehr begründen, warum sie hier arbeiten wollen (das war früher einmal so), sondern haben ein Recht darauf. Archive sind also mitnichten abgeschlossene Einrichtungen – und selbstverständlich beraten wir alle Besucherinnen und Besucher sehr gerne, Düsseldorfer wie Auswärtige. Und bei facebook sind wir auch.
QM: Unser Viertel hat keinen Namen. Gibt es überhaupt eine Historie hier?
Dr. Mauer: Die Gegend um den Hauptbahnhof liegt genau zwischen Oberbilk, Friedrichstadt, Flingern und Stadtmitte, wobei wir verwaltungsrechtlich zum letztgenannten Stadtteil gehören. Letztlich hat sich umgangssprachlich als Name das »Bahnhofsviertel« etabliert und dies völlig zu Recht. Die Geschichte dieser Gegend ist nun einmal eng mit diesem für Düsseldorf so wichtigen Teil städtischer Infrastruktur verknüpft und (wirtschafts-)historisch höchst bedeutsam. Schließlich profitierten die ehemals östlich des Hauptbahnhofs gelegenen Betriebe von dieser idealen Anbindung.
In anderen Städten – denken wir einmal an den faktisch in der Altstadt gelegenen Kölner Hauptbahnhof – konnte die Industrie keine Freiflächen direkt an den Schienen nutzen. Genau diese Funktionen innerhalb der Stadttopographie führten auch zu jener Struktur, die zahlreichen Bahnhofsvierteln eigen ist. Flughafen und Hauptbahnhof sind die beiden Orte, die den meisten Menschen aus nah und fern als namentlich benennbare Transferpunkte zu unserer Stadt einfallen werden.
QM: Die Mehrheit der Menschen in diesem Viertel sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund. Ist diese Tatsache für das Stadtarchiv bedeutsam?
Dr. Mauer: Ja, das ist für uns ein spannendes Dokumentationsfeld, zu dem wir schon viel gesammelt haben und weiterhin sammeln werden, denn sehr viele der früher als »Gastarbeiter« bezeichneten Neudüsseldorfer blieben ja hier und haben sich auch jenseits des Bahnhofsviertels etabliert. Düsseldorf hat nicht nur eine sehr starke japanische Gemeinde, die vor allem in der Immermannstraße sehr präsent ist, sondern eben auch eine marokkanische, türkische, griechische Gemeinschaft. Diese Veränderungen gilt es selbstverständlich auch im Stadtarchiv zu dokumentieren.

Stadtarchiv Düsseldorf
Worringer Straße 140
Telefon: 0211 8999230
E-Mail: stadtarchiv@duesseldorf.de
duesseldorf.de/stadtarchiv
facebook.com/stadtarchivduesseldorf
Öffnungszeiten:
Mo–Mi: 8.30–15.30 Uhr
Do: 8.30–17.30 Uhr
Fr: 8.30–12.30 Uhr

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